Unser Anspruch
Was uns antreibt – und was wir bewusst anders machen.
Pragmatisch statt dogmatisch
Wir bauen ein Werkzeug, das wirklich was bringt – nicht eins, das nur gut klingt. Deshalb treffen wir Entscheidungen evidenzbasiert.
Gleichzeitig wissen wir: Jeder Mensch lernt anders. Wir haben unterschiedliche Vorlieben, Fähigkeiten und Rhythmen. Kleinigkeiten können nerven und die Lust an einem guten Tool ruinieren.
Deshalb entwickeln wir Dexxer nach zwei Prinzipien:
- Wir starten mit dem, was wissenschaftlich nachweisbar funktioniert.
- Wir machen die App so anpassbar wie möglich.
Wir bilden uns nicht ein, besser zu wissen, was du brauchst. Auch deshalb verzichten wir auf Investoren – um unabhängig zu bleiben und auf euch hören zu können.
Spaced Repetition
Wer schon mal Vokabeln gebüffelt hat, kennt das Gefühl: Gestern noch gewusst, morgen schon wieder weg. Das ist kein Zufall – unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Informationen zu vergessen, die nicht regelmäßig gebraucht werden. Der Psychologe Hermann Ebbinghaus hat diesen Effekt bereits vor über 130 Jahren als Vergessenskurve beschrieben.
Spaced Repetition nutzt genau diese Eigenschaft des Gedächtnisses gezielt aus. Das Prinzip: Vokabeln werden nicht gleichmäßig wiederholt, sondern in wachsenden Abständen – abgestimmt darauf, wie gut du sie bereits kannst. So funktioniert es: Jedes Mal, wenn du eine Karte beantwortest, fließt dein Ergebnis in die Berechnung des nächsten Wiederholungszeitpunkts ein.
Karten, die du sicher wusstest, bekommen ein längeres Intervall – aus einem Tag werden drei, dann eine Woche, dann ein Monat. Karten, bei denen du unsicher warst, werden früher wiederholt. So entsteht für jede Vokabel ein individueller Plan, der sich an deinen Fortschritt anpasst.
Das Ergebnis: Maximales Behalten bei minimalem Zeitaufwand.
Dexxer verwendet einen Spaced-Repetition-Algorithmus auf aktuellem Forschungsstand. Er passt sich dynamisch an dein Lernverhalten an – damit dein Wortschatz langfristig abrufbar bleibt.
Vier Fähigkeiten
Sprache besteht aus vier grundlegenden Fähigkeiten: Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen. Die meisten Menschen sind in diesen Bereichen unterschiedlich stark – wer einen Text gut lesen kann, versteht das gleiche Wort im gesprochenen Satz nicht unbedingt. Und wer eine Vokabel passiv erkennt, kann sie noch lange nicht aktiv im Gespräch abrufen. Es gibt zwar Übertragungseffekte – wer ein Wort schreiben kann, kann es meist auch lesen – aber grundsätzlich entwickeln sich die vier Fähigkeiten weitgehend unabhängig.
Für ganzheitliches Sprachenlernen ist es sinnvoll, Vokabeln gezielt in allen vier Bereichen zu trainieren. Dexxer macht genau das möglich: Jede Vokabel kann in allen vier Fähigkeiten geübt werden – mit jeweils eigenen Lernintervallen. Gleichzeitig hat jeder andere Prioritäten – vielleicht ist Sprechen gerade wichtiger als Schreiben, oder für Fachbegriffe reicht Lesen. Deshalb kannst du in Dexxer frei wählen, welche Fähigkeiten du trainierst – global oder pro Vokabel.
Dein Wortschatz
Wörter, die du selbst sammelst, bleiben besser hängen – das ist keine Binsenweisheit, sondern ein robuster Befund aus der Gedächtnisforschung. Der sogenannte Generation Effect beschreibt genau das: Informationen, die wir aktiv erzeugen, erinnern wir deutlich besser als solche, die wir passiv konsumieren. Meta-Analysen zeigen eine Verbesserung von 20–40 % gegenüber passivem Lernen.¹ Der Grund: Wer ein Wort selbst auswählt, übersetzt und als Karte anlegt, verarbeitet es tiefer – und aktiviert dabei mehr neuronale Netzwerke.
Dazu kommt der Self-Reference Effect: Was einen persönlichen Bezug hat, verankert sich besser im Gedächtnis. Das Selbst funktioniert wie ein gut organisiertes Wissensnetz, in das neue Informationen leichter eingebettet werden.² Eine aktuelle Studie bestätigt, dass das auch fürs Fremdsprachenlernen gilt: Vokabeln, die mit eigenen Erlebnissen verknüpft sind, bleiben besser hängen als solche, die nur übersetzt werden.³
Wenn du ein Foto von einem Schild machst, das dir auf dem Weg zur Arbeit aufgefallen ist, oder eine Audioaufnahme von einem Wort speicherst, das dir jemand erklärt hat – dann entsteht eine episodische Erinnerung: mit Kontext, Ort, Emotion und sensorischen Details. Diese Verknüpfungen schaffen zusätzliche Abrufpfade im Gedächtnis.⁴ Die Forschung zum Dual Coding bestätigt das: Informationen, die verbal und visuell kodiert werden, bleiben besser hängen als rein textbasierte.⁵
Fertige Vokabellisten – ob aus Lehrbüchern oder von anderen – können nützlich sein, um einen Überblick zu bekommen oder Lücken zu füllen. Dexxer unterstützt das über geteilte Listen für Kurse, Lerngruppen oder öffentliche Sammlungen. Aber der entscheidende Faktor für langfristigen Lernerfolg liegt nicht im Konsumieren, sondern im Tun: im Auswählen, Erfassen und Anlegen deiner eigenen Vokabeln. Genau dafür ist Dexxer gebaut – als Werkzeug, das diesen Prozess so einfach wie möglich macht.
Quellen:
¹ Bertsch, S., Pesta, B. J., Wiscott, R., & McDaniel, M. A. (2007). The generation effect: A meta-analytic review. Memory & Cognition, 35(2), 201–210.
² Rogers, T. B., Kuiper, N. A., & Kirker, W. S. (1977). Self-reference and the encoding of personal information. Journal of Personality and Social Psychology, 35(9), 677–688. Bestätigt durch Meta-Analyse: Symons, C. S., & Johnson, B. T. (1997). The self-reference effect in memory: A meta-analysis. Psychological Bulletin, 121(3), 371–394.
³ Psychonomic Bulletin & Review (2025). Self-reference promotes vocabulary learning in a foreign language.
https://link.springer.com/article/10.3758/s13423-025-02674-w
⁴ Tulving, E. (1972). Episodic and semantic memory. In E. Tulving & W. Donaldson (Eds.), Organization of Memory. Sowie: Ren, Y. et al. (2024). Emotion dynamics shape episodic memory structure. Nature Communications.
⁵ Paivio, A. (1986). Mental Representations: A Dual Coding Approach. Oxford University Press.
Was wir bewusst nicht machen
Gamification
Kein Gebimmel, keine XP, keine Levels. Du lernst für dich – nicht für virtuelle Belohnungen.
Leere Versprechen
Keine „Lerne eine Sprache in 10 Min pro Tag“-Behauptungen. Sprachenlernen braucht Zeit.
Dark Patterns
Keine manipulativen Tricks, keine Schuld-Benachrichtigungen, kein Suchtdesign.
Probier es aus
Theorie ist gut – Praxis ist besser.
